Tired
Wieder zurück

Nun bin ich wieder daheim... und ich merke, wie alles, was in diesen 2 1/2 Monaten in Syrien gewesen ist, schon wieder wie hinter einem dichten Nebel verschwindet, als wäre das Leben hier stehengeblieben und ich füge mich wieder nahtlos ein in dieses Leben wie im Strom... Die Menschen dort, die Bilder, die für immer in meinem Kopf sind, und die Erinnerungen, wo sind sie so schnell hin verschwunden? All diese Gefühle, diese Emotionen, alles verblasst und schon nicht mehr wichtig für das Leben hier... fast verzweifelt will ich etwas davon zurückbehalten, etwas, was mir in den Händen zurückbleibt, aber es gibt nichts, nur Erinnerungen an Momente, die für immer vergangen sind, irgendwo im Gestern...
Wieso ist nichts geblieben von all dem? Von dieser schönen, lustigen, intensiven, erlebnisreichen Zeit... weit weit weg alles, das ist mir bewusst aber doch habe ich wieder einen Teil meines Herzens dort gelassen, mehr als beim ersten Mal vor zwei Jahren...
Und manche Schicksale gehen einem einfach ans Herz, und man zerbricht beinahe an der Vorstellung, es nicht ändern zu können, denn das Glück geht andere Wege als das Schicksal...
Mein Herz fliegt zurück an diesen Ort, an dem die Vernunft nichts zu sagen hat... denn dort wird alles mit dem Herzen entschieden... und in mir strömt die Trauer wie ein Sturzbach herab, denn ich bin hier und kann nichts, absolut nichts verändern...
11.10.06 17:22


Ewig

Wenn du nicht da bist, fehlst du mir nicht mehr. Aber wenn du dann da bist, neben mir, vor mir, um mich herum, mit deiner Stimme, deinem Geist und Witz, dann blüht etwas in mir auf, dass nur dein Wasser trinken kann und für diese Momente dann bin ich innerlich ganz ruhig, das Meer spiegelglatt...
20.6.06 16:07


Was ist das nur an mir, das mich immer wieder so reagieren lässt, wenn ich plötzlich von einer Sekunde auf die andere Sympathie in mir aufkeimen spüre, als wäre etwas geplatzt, urplötzlich und augenblicklich... und fast gleichzeitig ist da dieser so starke Fluchtimpuls, der mich innerlich schon zu jagen beginnt, bevor ich es selbst merke...

Kerzen die man nicht anzündet, können nie erlischen - ist es nicht so...?
Und was man nicht besitzt, kann man auch nicht verlieren, kann nicht brechen, kann nicht kaputtgehen... ist das nicht auch so?
Aber wieviel Freude hätte man an dem Licht, das einem für die vielen Stunden brennt und leuchtet... und wieviel hätte man gewonnen durch etwas, das nicht immer einen begleitet aber wichtig ist, dass es heute und jetzt passiert...?

Ich denke, Menschen gehen einfach manchmal ein Stück gemeinsam... dann trennen sich die Wege und jeder geht alleine weiter - oder mit jemandem anderen... bis man den Menschen trifft, von dem man weiss, dass es dein Lebensmensch ist und mit dem man bis ans Ende gehen will.

Wie oft im Leben hat man das Gefühl, dass man an ein Schicksal gebunden ist, und man es immer und immer wieder erlebt...? Als ob man gar nicht die Wahl hätte obwohl man es immer so sehr möchte und dann doch wieder zweifelt, ob wir so frei sind wie wir es uns immer glauben machen wollen...
Schicksal gibt es nicht, davon sollte man nicht viel halten, wenn man nicht depressiv in die Dunkelheit zurücksinken will, aber was nicht ist, ist nicht und was ist, kann sein aber muss nicht sein...
8.5.06 16:55


Nach so langer Zeit wieder das Wiedersehen, dünn bist du geworden, seltsam hager und doch schon 3 km gegen den Wind erkannt... wieder in die Arme geschlossen nach endlosen Tagen ohne dein Licht um mich herum... und doch sofort an deinem Lächeln gespürt, dass alles anders ist als es mal einst war... ein unverbindliches Lächeln nur, in dem ich vergebens unsere Verbindung suche... nichts, mehr als dieses unverbindliche freundschaftliche Lächeln war da nichts... keine wirkliche Freude, kein lachendes Herz, kein beschwingtes Wiedersehen... und ich frage mich, sind wir noch Freunde? Oder ist das nun die Retour für meinen langsamen aber stetigen Rückzug von dir? Ich brauchte den Abstand, und jetzt sehe ich wie notwendig er war... heute, als du wieder neben mir saßst, da suchte ich in mir in den Tiefen nach Lichtern der Sehnsucht, nach Funken von Emotionen... aber es waren keine mehr da... noch nicht mal Zeit genommen für einen Plausch... die Bänder sind tief hinabgesunken zwischen Morast und Schlamm, tief hinab in das Dunkel wo alles sich setzt und nicht aufgewühlt werden sollte... Sie heraufzuholen kostet unendliche Kraft, warum nicht das ruhen lassen was ruhen sollte...
Also lass ich dich ziehen, mit einem dunklen Schatten über den Flügeln, denn heimlich innerlich überfallen Tränen meine Wände aus schwarz getrocknetem Blut...
26.4.06 11:31


Nach Stunden quälender Qual der Wahl "borge" ich mir nun ein wunderschönes neues Design... wollte eigentlich was viel düsteres haben, mit Schwarz und Blut und so, aber die gefielen mir nicht...
Seltsam und jetzt, trotz der roten Kitschblume ist es genau dieses Layout, das alles von mir ausdrückt...
13.4.06 19:18


Brokeback Mountain... wie viel wurde im Vorfeld darüber geredet, diskutiert...
"Ich rate persönlich davon ab, sich diesen Film anzusehen", sagte Bush.

Das allererste Wort, die allererste Notiz von diesem Film, Cowboys... Marlborolandscaft, freie unberührte Natur, mit einer verbotenen Liebesgeschichte - und ich wusste sofort, den muss ich sehen.

Ich hätte nicht erwartet, dass der Film so gut ist und mich so sehr gefangen nimmt.
Die Geschichte verfolgt einen noch lange nach dem Kinobesuch, auf dem Nachhause weg, bis in den Schlaf und in den Traum und noch Tage danach hallt diese wunderbare und auch sehr traurige Geschichte wie ein Echo in den Gedanken nach. Es zerreisst einem das Herz vor Traurigkeit, denn die Liebe zwischen diesen beiden Figuren, sie hätte mehr als nur eine Chance verdient - und am Ende des Films ist es, als wäre man dabei gewesen, als hätte man sie wirklich beide gesehen dort oben am Brokeback Mountain... die Geschichte ging mir wirklich ans Herz...

Brokeback Mountain? Achja, der Schwulenfilm... so die meiste Reaktion der Leute...

Dabei geht es gar nicht um Schwulsein oder das übliche Klischee, das wir so haben... Der Schwerpunkt liegt auf der Liebe zwischen diesen beiden Menschen... nur Liebe zweier Menschen...
Die Geschichte ist einzig mit "Yossi & Jagger" vergleichbar - wenn überhaupt - und doch ist sie etwas völlig anderes... Jack und Ennis dringen viel dichter in uns, prägen sich uns intensiver ins Gedächtnis ein... und hinterlassen ihre Spuren wie Narben in unseren Köpfen. Für mich eines der berührendsten und bewegendsten Filme, die ich jemals gesehen habe... und das erstaunlichste; es war, als hätte man mir einen Spiegel meiner eigenen Gefühle vorgehalten - denn es hat mal eine Zeit gegeben, in der ich so geliebt habe wie Jack...

Wer Bushs Rat befolgt hat, hat eine grandiose Geschichte verpasst.
Und wen Brokeback Mountain kalt lässt, der war in seinem Leben noch niemals richtig verliebt.
25.3.06 14:23


Jeden Menschen, den ich treffe und jedem, dem ich neu begegne, bei jeder Person, die durch mein Leben läuft, suche ich nach ihren Dämonen... oft erkennt man sie schnell, und manchmal denkt man, unglaublich, das ist jemand, der keine Dämonen hat..., aber dann nach und nach, kommen sie durch... und manchmal frage ich mich, wie dunkel sind unsere Herzen wirklich, wieviel unschönes Gedankengut tragen wir wirklich mit uns herum... wem wünschen wir heute insgeheim den Tod auf den Hals, und wen möchten wir fallen sehen von der Treppe dort, ein paar Stufen nur... und wie habgierig und voller Neid schielen wir auf das Geld wohlhabender Menschen, das niemals uns gehört... wie verhasst uns manchmal unsere eigenen Träume sind und wie wir manchmal nur zu gern unsere eigene Haut verlassen möchten, für eine andere, oder auch für keine...
Jeder hat Dämonen, der eine versteckt sie mehr, der andere weniger, andere nennen sie innerer Schweinehund oder das Teufelchen auf der linken Schulter, aber für mich bleiben sie immer die Dämonen, die hungrigen Nimmersatte, denn sie leben von unserer Gier, unserem Konsum, unseren Wünschen...schreien und rufen in dir danach, sie wollen, sie wollen haben, leben...

Mein größter Dämon hält mein Herz in den Händen, er ist dunkel, matt glänzend, fast schwarz wie dampfender Teer, mit scharfen kantigen Flügeln, in denen sich das Licht fängt und erstirbt, er ist voll wütender Trauer und demütig schicksalsergeben zugleich, neben sich am Boden liegt die Keule, noch klebt das Blut von dem Engel daran, den er damit erschlug... mein Engel, der mir zeigte, was Liebe bedeutet, was Liebe bedeuten kann...

Mein Dämon, so sehr er mir verhasst ist, und ich jeden Tag aufs neue gegen ihn kämpfen muss... er ist mir der engste Freund in der Seele... denn er ist der einzige, der mit mir dort oben war, damals, in diesem Sommer, auf dem höchsten Gipfel dieser Welt...
21.3.06 17:35


Neulich erst in der Stadt, sehe ich einen Schatten im Augenwinkel an mir vorbeigehen - und dieser Schatten hat mich so an dich erinnert, dass für einen Moment mein Herz aussetzte (so muss es also sein, wenn einem das Herz stehenbleibt...), ich weiss noch, wie ich dachte, du? oh gott, du bist es?, aber der Schatten, der rechts an mir vorbeigeht, sieht mich flüchtig an aber reagiert kein bisschen, und in dem Moment ist wie als drückte mir jemand mit einer glühenden Eisenspitze direkt auf die Brust, und die Angst, gott, diese Angst, du würdest mich mit Absicht übersehen, lässt mich den Atem anhalten und legt sich wie Eis um mein Herz.
Ich drehe mich um, getrieben von dieser Angst,...- und stelle fest, das bist gar nicht du... nur jemand, der eine ähnliche Jacke trug und eine ähnliche Statur und die gleiche Größe hatte... du warst es nicht...

Wenns du gewesen wärst, ich weiss nicht, was ich getan hätte...
21.3.06 16:45


Und nach solch einem heiteren beschwingten Abend voller Lachen und jugendlicher Freude... und doch, am nächsten Morgen bleibt nichts, und wieder erheben sich deine dunklen Dämonen, entfalten ihre breiten schrecklichen Schwingen und verdecken die Sonne, und du, du beginnst wieder zu frieren in der Kälte, die so menschlich ist, dass sie in der Luft beinahe klirrt...
17.3.06 19:41


Wie lang braucht ein Mensch um auf seinen Beinen stehen zu können? Wie lange braucht er, um alleine stehen zu können? Geradeaus zu schauen und zu sagen, ja, hier bin ich und ich bin der und der, ich bin ich.

Drei Jahre habe ich gebraucht, drei volle Jahre, im Nachhinein pure Zeitverschwendung aber heute weiss ich, wie wichtig sie waren...

Wer einmal auf dem Mount Everest war, wer einmal den höchsten Gipfel erklommen hat, dort oben gestanden hat und seine Luft geatmet hat, weit über all den Wolken dieser Welt, und dann mit einer Lawine zurück ins Tal hinabrast, sich den Schnee aus den Kleidern klopft und zurückblickt, hinauf wo der Gipfel den Himmel berührt, der wird für den Rest seines Lebens weitere Berge besteigen, aber immer wissen, dass es keinen größeren und gigantischeren mehr geben wird... gebrandmarkt mit dem ewigen Stigma der Weisheit über die Endgültigkeit einer Begegnung, wird der Bergsteiger niemals wieder einen Fuß auf den Mount Everest setzen, denn es wird immer eine Lawine geben, die ihn von dort herunterreisst... gleich was er auch tun mag.
17.3.06 19:35


Kennt ihr das? Ihr verbringt einen schönen Abend mit Freunden, die ihrerseits ihre Freunde mitbringen. Ihr geht fein essen, in ein exotisches Restaurant, asiatisch oder orientalisch, und ihr genießt einen tollen Abend mit fantastischen Speisen, viel Lachen, Ausgelassenheit und Heiterkeit, und in dieser Gruppe ist ein Mensch dabei, den ihr am Anfang genauso fremd und neu empfindet wie die anderen aber im Laufe des Abends bleibt ihr an seinem Gesicht hängen, es ist interessant, was er erzählt und eure Gedanken und euer Humor gleichen sich und plötzlich, mitten während des Essens, durchfährt euch ein Gedanke, und euch durchströmt für einen Augenblick die Sehnsucht des Sichverliebtfühlens, des brennenden Feuers tief hinter dem Schlag des Herzens, und ihr habt Lust, euch in diesen Menschen jetzt und hier zu verlieben...
Und am Ende dieses Abends flirrt etwas zwischen euch in der Luft und ihr sehnt euch so sehr nach diesem Gefühl, das nur im Herzen ein zuhause findet und als ihr nach Hause geht, beschwingt und mit einem Lächeln auf den Lippen, hängt ihr euch an den Momenten fest, die dieses Flirren bedeuten und euch ist, als haltet ihr euer Herz vor euch in den Händen und seid bereit, es zu verschenken...
17.3.06 18:53


Kleine warme Funken

Menschen, die man einmal geliebt hat, die man von ganzem Herzen und aus vollster Seele, die man mit jedem Atemzug, mit jedem Gedanken umarmt und geliebt hat, die bleiben immer kleine warme Funken, wie wenn man ein bereits erloschenes Feuer wieder anpustet und die Glut noch einmal orange aufglimmt, obwohl man glaubt, dass die Asche bereits erkaltet ist... Aber vielleicht sollte man einfach gar nicht mehr pusten, sondern nur gedankenverloren die Asche zwischen den Fingern zerreiben, um zu vergessen...
2.3.06 16:28


Randvoll

Unter manchen Himmeln gibt es für einige Welten keinen Platz, so sehr sie auch dafür kämpfen, rennen, schreien. Man sucht nicht, man schaut nicht um sich, man geht nur immer weiter geradeaus, und findet. Wie ein Fass, das randvoll ist, trägt man seine Seele vor sich her, und aus Angst, überzufließen, läuft man auf Zehenspitzen weiter...
Unter manchen Himmeln sind Worte ohne Sinn, da ist Traurigkeit das Glück, da bleiben Tränen allein.
Wo ist der Schalter, der Regen in Sonne verwandelt, wo ist die Wand, die man vor die Gedanken schieben kann?
Es gibt kein Ende ohne einen Anfang. Ein einzelner Flügel macht noch keinen Vogel - man braucht zwei um in den Himmel fliegen zu können.
Unter manchen Himmeln wandelt man alleine, ohne Laterne, ohne Wegweiser.
Ich suchte nicht, ich schaute nicht um mich, ich ging nur geradeaus und fand. Ich leerte mein Fass, ich war glücklich doch der Regen auf meinem Gesicht war kein Regen. Ich legte den Schalter um, schob die Wand hervor und schnitt mir den Flügel ab.
Nun halte ich seine Federn in der Hand, kleine weiße Flocken getaucht in tiefrotes Blut, sie sind die einzige Erinnerung an einen Traum, den ich nicht tragen konnte.
Unter manchen Himmeln fallen Engel zur Erde, weil sie vergessen, wo sie zuhause sind.
2.3.06 16:27


Spuren im Licht

Ich öffne die Schleusen, die Wände, die Türen der Vernunft, höre auf zu schweben. Ich lande auf einer Wiese voll Ascheregen, dicht und grau fällt er wie Schneeflocken, lautlos und leicht. Ich spüre die Hitze, die sich durch meine Häute brennt, aber niemand hört meinen Schrei. Ich schließe die Augen, als der Himmel fällt und laufe in leeren Gedanken dem Horizont entgegen.
Leise raschelt Sehnsucht im Dunkeln, als sie sich erhebt und dir folgt, leise und sanft, auf deinen Spuren im gleißenden Licht.
2.3.06 16:27


Es gibt keinen Knopf, keinen Schalter für diesen Fatalismus, kein Licht am Ende des Tunnels...
Kein Berühren, obwohl man berühren will, nicht in die Augen zu sehen, weil man nicht kann, keine Umarmung, weil jede zu viel ist, kein Lachen zu schenken, weil es schmerzt wie stechendes Gift... es kostet soviel Überwindung...
Entweder gemeinsam, verschmolzen, im Einklang, oder einer nach rechts, der andere links... alles andere kennt keinen Ort, an dem es existieren kann.
2.3.06 16:21


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